[Moral ist ein Subjekt]
Moral.
5 kleine Buchstaben.
So viele Bedeutungen, so viele Interpretationen,
unterschiedliche Ansichten und Auslegungen.
Wenn es uns selbst betrifft, ist jedem von uns ganz unmissverständlich klar, was Moral bedeutet.
Wendet man den Blick jedoch mal von sich selbst ab,
wird das Ganze sehr schwammig.
Zu unterschiedliche Standpunkte und Interpretationen
bzw. Auslegungen gibt es.
Zu groß ist die Angst, sich selbst angreifbar zu machen und sich selbst einzugestehen,
dass man selbst auch nicht immer perfekt ist.
Dass man höchstens versuchen kann, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.
Damit man sich selbst am Abend noch im Spiegel gegenübertreten kann.
Egal, wie sehr einem der Arsch zuvor auf Grundeis ging.
Egal, wie verlockend das Angebot war.
Egal wer es mitbekommt, nur vor sich selbst.
Nur für sich selbst.
Weil man sein eigener Richter ist.
Damit man sich selbst nicht der Nächste, sondern am besten vertraute ist.
Damit man selbst auch so behandelt wird, wie man andere behandelt.
Weil alles im Leben irgendwann zurück keht.
Aber wenn ein eigener Vorteil aus einer unmoralischen Handlung hervorgeht,
vergessen die Meisten sehr schnell die grossen Reden,
die sie kurz zuvor noch gehalten haben.
Drei Fallbeispiele zum Gedankenansatz.
Was tust Du, wenn Dir die Kassierin 50,00€
statt dem Kassenbon in die Hand drückt und es selbst nicht bemerkt?
Gibst Du ihn Ihr zurück?
Machst Du sie darauf aufmerksam?
Oder scheisst Du drauf, weil sie es selbst nicht bemerkt hat
und ja auch selbst schuld ist, wenn sie so verpeilt ist?
Wie reagierst Du, wenn jemand, bei dem Du zwischenmenschlich ein schlechtes Standing hast,
anfängt, in einem zwischenmenschlich guten Moment in dem er dieses vergisst,
anfängt, über jemanden, den Du auch kennst, zu lästern?
Hälst Du die Fresse?
Mischst Du mit?
Machst Du Dein Gegenüber darauf aufmerksam, dass es zum Einen nicht okay ist
und zum Anderen Du nicht der Richtige Ansprechpartner bist für derartiges?
Wie verhältst Du Dich, wenn Dein Interesse geweckt ist für jemanden, der vergeben ist?
Lässt Du die Finger von der Geschichte und dem Mensch,
weil jemand Anders bereits sein Revier abgesteckt hat und es ein bitchmove wäre, dawischen zu funken?
Scheisst Du drauf, weil ja „immer irgendwas ist“ und das eben Schicksal ist und gehst in die Offensive?
….
Interessant wird es, wenn man versucht, mal Beide Seiten zu beleuchten.
Denn es gibt immer zwei davon.
Die Eigene und die der Anderen.
Und oft könnten Sie unterschiedlicher nicht sein.
Bleibt die Entscheidung die man fällt, die Selbe?
Wie entscheidest Du Dich, wenn es heisst:
Eigener Vorteil oder moralisch Korrekt handeln?
Denn im Endeffekt handelt doch bloss jeder nach bestem Wissen und Gewissen.
Nach dem Prinzip der Selbstjustiz und dem eigenen Vorteil.
Weil es für alles eine Erklärung, einen Umstand und eine Ausrede gibt.
Und ein Gewissen nicht gleichzusetzen ist mit Moral.
Denn vor sich selbst dreht es sich die Mehrheit doch nur alles wieder so,
dass es ins eigene Schema der Scheinmoral passt.
[Denn Moral ist ein Subjekt.]
Damit das Gewissen die Fresse hält.
„Mit Moral und Mensch verhält es sich wie mit Aktien an der Börse:
Je tiefer sie fallen, desto leichter kann man sie kaufen.“
[Zitat: Rabanus, Ideale.de]
„Manche haben die Moral nur stückweise wie einen Stoff, aus dem sie kein Kleid machen können.“
[Zitat: Joubert, Gedanken und Maximen]
„Die Moral ist wie ein Messer,
ein schmaler wie zweischneidiger Grad.
Der gern als Schutzschild oder zum Angriff benutzt wird.
Je nachdem, ob man Angreifer
oder angegriffen ist.“
[zitat: Candy Cotton]
